Lichtbogen Mit dem Prüfgrundsatz für Elektriker-Gesichtsschutzschirme GS-ET 29 sowie der Norm für die EG-Baumusterprüfung von Kleidung und Stoffen zum Schutz vor den Einwirkungen von Störlichtbögen IEC 61482-1-2 und IEC61482-2 hat sich in vielen Mitgliedsstaaten der europäischen Union der Boxtest durchgesetzt. Doch diese Form der EG-Baumusterprüfung wirft auch Fragen auf. In den vorgenannten Regelwerken werden Klassen aufgezeigt. Klasse 1 wird mit 4kA 0,5s und Klasse 2 mit 7kA 0,5s definiert. Wie kann der Betreiber diese Klassen in die betrieblichen Belange umsetzen?

Der Anwender hat nun bei der Auswahl der PSA zum Schutz vor Einwirkungen eines Störlichtbogens zunächst eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen. Hierbei muss er die Einwirkenergien ermitteln, die sich u.a. neben der Spannungsebene auch über den Abstand zur Störlichtbogenquelle, den Kurzschlussstrom und die Einwirkdauer bestimmt. Die räumliche Gegebenheiten sind ebenfalls zu berücksichtigen.

Hier hat die Berufsgenossenschaft nunmehr eine neue Informationsschrift verfasst, die die Anwender bei der Beurteilung der Gefährdung an der jeweiligen Arbeitsstelle unterstützt, die BGI 5188.

Mit den so ermittelten Werten kann die entsprechende Schutzkleidung einschließlich Handschutz, Kopfschutz und Gesichtsschutz ausgewählt werden. Hier bleibt es jedoch aufgrund der definierten Klassen bei einer begrenzten Auswahl. Zudem kann nach den oben genannten Regelwerken keine Schutzkleidung mit einem höheren Schutzgrad angeboten werden. Hier besteht derzeit nur die Möglichkeit, individuelle kundendefinierte Prüfungen durchzuführen oder sich der nach IEC 61482-1-1 geprüften Produkte zu bedienen. Hier gilt jedoch zu beachten, dass der so ermittelte ATPV (arc thermal performance value) eine Größe in Kalorien pro cm²   darstellt, die zunächst nicht mit den Forderungen der europäischen Gesetzgebung im Einklang steht. Der ATPV definiert die 50%ige Wahrscheinlichkeit, eine Verbrennung zweiten Grades zu erleiden, wogegen in Europa die Forderung nach 100%igem Schutz vor Verbrennungen zweiten Grades angezeigt ist. Allerdings wird über das dem ATPV zugrundeliegende Regelwerk NFPA70E auch definiert, wie diese so geprüfte Schutzkleidung angewendet wird. Ein Sicherheitsabzug von dem mit mindestens 20 Prüflingen ermittelten statistischen Wertes sorgt hier ebenfalls für einen entsprechenden Schutz.

Vertiefende Auskünfte zu diesen Verfahren können auf Wunsch bereitgestellt werden. Entsprechend geprüfte Produkte finden Sie in unserem Katalog Kapitel 1. Als Sonderdruck haben wir speziell für den Handschutz den Prospekt „Isolierende Schutzhandschuhe zum Schutz vor Körperdurchströmung und Einwirkungen von Störlichtbögen“   erstellt.

 

 

 
 
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