Bei der Montage von Freileitungsmasten, beim Arbeiten in Gruben und Schächten sieht man sie – Höhensicherungsgeräte. Sie gewinnen immer mehr an Bedeutung, einfach weil sie den AnwenderHöhensicherungsgerät konsequent vor einem Absturz schützen. Der Anwender kann sich voll und ganz auf seine Tätigkeit konzentrieren und muss sich um seine Sicherheit keine Gedanken machen.

 

Doch ist diese Behauptung richtig? Sind Höhensicherungsgeräte wirklich das Allheilmittel gegen Absturz?

 

Dieser Beitrag soll informieren, vor Allem all diejenigen, die diese Geräte auswählen und einsetzen. Zunächst einmal ist es wichtig zu wissen, wie ein Höhensicherungsgerät funktioniert. Im Prinzip ähnelt der Blockier- bzw. Bremsmechanismus eines Höhensicherungsgerätes dem eines Sicherheitsgurtes (Gurtstraffer) in einem Fahrzeug. Zieht man ruckartig am Verbindungsmittel des Höhensicherungsgerätes, so wird im Inneren des Gehäuses eine Bremsleistung erbracht, die entsprechend, z.B. über Fliehkraft gesteuert, dazu beitragen soll, die Gewichtskraft beim Fangstoß (dieser tritt bei einem Absturzunfall ein) auf ein erträgliches Maß von max. 6 kN = ~ 600 kg zu reduzieren. Durch diesen Mechanismus ist das Höhensicherungsgerät eine sensible Einheit, die gemäß den allgemeinen Vorschriften (EN 365) / BGR198 mindestens einmal jährlich (alle 12 Monate) durch den Hersteller selbst oder von einem durch den Hersteller qualifizierten Sachkundigen wiederkehrend geprüft werden muss.

Höhensicherungsgerät

Da Höhensicherungsgeräte gemäß der PSA-Richtlinie der Kategorie 3 zugeordnet sind, dürfen diese von den Herstellern nur in Verkehr gebracht werden, wenn sie gemäß der EN 360 einer EG-Baumusterprüfung unterzogen werden. Die notifizierte Prüfstelle prüft bspw., wie hoch die restliche Gewichtskraft ist, die nach dem Absturzunfall auf den menschlichen Körper wirkt. Zudem darf der Reaktionsweg nicht mehr als 1,40 m betragen (= h-Maß). Der Hersteller muss vorgeben, ob das Gerät nur für den vertikalen Einsatz geprüft werden soll oder erweiterte Prüfungen für den horizontalen Einsatz durchgeführt werden sollen.

 

Höhensicherungsgeräte gibt es in diversen Varianten, wichtige Unterschiede geben hierbei sicherlich die Einsatzzwecke vor, so z.B. die Länge und Art des Verbindungsmittels (Stahlseil, Kunstfaser-Seil oder Gurtband), horizontale und/oder vertikale Anwendung . Letzteres bedeutet, dass der Anwender sehr wohl neben seiner Arbeit auch auf seine PSA achten muss. Ein Höhensicherungsgerät, welches nur für die vertikale Anwendung zugelassen und geprüft worden ist, darf nicht verwendet werden, wenn das Gerät bspw. horizontal zwischen Anschlageinrichtung und Anwender (Auffangöse am Auffanggurt) angewendet werden soll. Zudem darf das Verbindungsmittel nicht über scharfe Kanten (Radius kleiner/gleich 0,5 mm) geführt werden, da dieses sonst bei einem entsprechendem Absturz über diese abscheren kann. Leider findet man in der Praxis genug Beispiele für die missbräuchliche Verwendung von Höhensicherungsgeräten. Alle Geräte, die eine horizontale Anwendung propagieren, bedürfen eines entsprechenden Hinweises in der Gebrauchsanleitung – zudem muss die Kennzeichnung (meist auf dem Gehäuse) diese Information für den Anwender unmissverständlich erkennen lassen. 

 

Darüber hinaus bietet der Markt noch weitere Modelle mit integrierter Rettungshubfunktion , welche vor allem beim Abstieg in Gruben und Schächten (bspw. bei Wasserwerken, Industrieanlagen und Kraftwerken) eingesetzt  werden. Hier steigt der Anwender direkt gesichert am Gerät bspw. über eine Leiter ab und kann nach einem Sturz unmittelbar von einer zweiten Person mit Hilfe einer Hubfunktion am Gerät nach oben oder, wenn es die Situation verlangt, nach unten befördert werden. Bei diesen Einsätzen werden Höhensicherungsgeräte oftmals mit mobilen Anschlageinrichtungen gemäß EN 795 (Dreibaum oder Schwenkarm) kombiniert. 

 

Höhensicherungsgeräte können auch so konzipiert werden, dass sie bspw. für die Installation an Offshore-Anlagen  geeignet sind. Hier sind die Geräte besonders hohen Beanspruchungen in Form von Wetter- bzw. Klimaverhältnissen ausgesetzt. Die salzhaltigen Medien fordern, dass die verwendeten Materialien korrosionsfest sind und das keine Medien in die sensiblen Innenräume (Falldämpfer und Feder) gelangen können, um die einwandfreie Funktion sicherzustellen. Solche Geräte sollten konstruktiv so ausgeführt werden, dass die Wartung bzw. wiederkehrende Prüfung durch vom Hersteller geschultes Betriebspersonal durchgeführt werden kann. Höhensicherungsgerät

 

Höhensicherungsgeräte können also tatsächlich unter Beachtung der Leistungsgrenzen der einzelnen Modelle eine sichere und komfortable Lösung sein, die Mitarbeiter gegen die Folgen eines Absturzes schützen.

 

Gerne sind wir Ihnen bei der Auswahl geeigneter PSA gegen Absturz behilflich – sprechen Sie uns an info@preising.net!

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