Preising hat zahlreiche Anschlageinrichtungen eigener Herstellung sowie horizontale Seilsysteme Fabrikat Latchways im Programm.

Diese Anschlageinrichtungen wurden nach der jeweils gültigen Norm EN 795 geprüft und nach erfolgreicher Prüfung mit dem CE-Zeichen  der fertigungsüberwachenden Stelle versehen.

Der EUGH hat in seinem Urteil C185/08 von 2010 ( hier der link zum Urteil) festgestellt, dass z.B. Anschlageinrichtungen, die dafür vorgesehen sind, am Bauteil zu verbleiben, nicht der PSA-Richtlinie unterliegen, sondern der dort genannte „äußere Punkt“ bzw. die „äußere Vorrichtung“ sind. Folgerichtig hat die Europäische Kommission gehandelt und die momentan harmonisierte EN 795:1996 mit einem Warnhinweis versehen. Nicht die Anschlageinrichtungen selbst, sondern die Verbindung zum Untergrund ist ausschlaggebend für diesen Warnhinweis.

Mit der Verabschiedung der aktuellen europäischen Bauproduktenverordnung und deren Inkrafttreten hat die Bundesrepublik Deutschland Anschlageinrichtungen als ungeregelte Bauprodukte in die Bauregelliste aufgenommen und hierfür eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung angezeigt. Hintergrund dieser nationalen Regelung ist der folgende Hinweis in der Bauregelliste:

„EG-Richtlinien, die die Grundanforderungen nach der Bauproduktenverordnung nicht oder nur teilweise berücksichtigen:

Richtlinie 89/686/EWG des Rates vom 21. Dezember 1989 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten für persönliche Schutzausrüstungen. In Deutschland umgesetzt durch das Produktsicherheitsgesetz (ProdSG) und die 8. Verordnung zum Produktsicherheitsgesetz (Verordnung über die Bereitstellung von persönlichen Schutzausrüstungen auf dem Markt – 8. ProdSV)“

Aus dieser Situation ergeben sich für die Hersteller und Inverkehrbringer, aber vor allem auch für die Planung, den Bau und den Betrieb von Anlagen und Gebäuden viele Fragen.

Was ist ein Bauwerk? Denn nur solche Anschlageinrichtungen, die dauerhaft an einem Bauwerk befestigt werden, bedürfen einer allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung. Welche Anforderungen sind an Einzelanschlageinrichtungen zu stellen, die nicht an Bauwerken angebracht werden?

Nachfolgend werden die Bereiche, in denen üblicherweise Einzelanschlageinrichtungen verbaut und anschließend genutzt werden, betrachtet.

Einfach gesprochen sind hier alle Befestigungsuntergründe an Bauwerken betroffen, die in der jeweiligen Landesbauordnung aufgeführt sind. Dies sind zum Beispiel Einzelanschlageinrichtungen an Decken, Wänden oder auf dem Boden von Bauwerken, an denen zum Beispiel ein Kollektivschutz zeitweilig entfernt werden muss. Aber auch zum Bauwerk gehörende Stahlkonstruktionen, wie Bühnenkonstruktionen nach EN 14122 müssen diesem Bereich zugerechnet werden.

 

 

Diese Anschlageinrichtungen müssen nun über eine allgemeine Bauaufsichtliche Zulassung (abZ) verfügen. Die bisher übliche und auch weiterhin erforderliche statische Bewertung der Befestigungen am Untergrund allein ist nicht mehr ausreichend.

Anders verhält es sich bei Steigschutzeinrichtungen nach EN 353-1. Diese sind nicht in der Bauregelliste erwähnt, können gleichwohl auch, wie an nachstehendem Beispiel veranschaulicht, einer Befestigung an einem Bauteil (Decke o.ä.) bedürfen.

Hier empfehlen wir, auch bereits jetzt schon eine Befestigung zu wählen, die über eine abZ verfügt. Dies bedeutet für den Anlagenbetreiber rechtliche Sicherheit, falls die Regeln sich in naher Zukunft auch auf diesen Anwendungsbereich ausdehnen.

Der Bereich Dächer und Dachkonstruktionen ist eindeutig der BauPVo zuzurechnen. Hier sind verschiedene Produkte mit abZ erforderlich.

 

Errichter und Betreiber von Windkraftanlagen wähnen sich in einer rechtssicheren Position, da die EN 50308 Regeln für Einzelanschlageinrichtungen enthält. Hier wurde aber seitens des DIBt aufgeklärt, dass Türme von Windkraftanlagen der Landesbauordnung unterliegen und somit auch diese Einzelanschlageinrichtungen einer abZ bedürfen. Das bedeutet, dass diese Einzelanschlageinrichtungen drehbar ausgeführt und gelb gekennzeichnet werden müssen (Forderung EN 50308) und zusätzlich mit den in der abZ ausgewiesenen Befestigungsmitteln, die mitzuliefern sind, einzubauen sind. Werden die gleichen Anschlageinrichtungen in der Gondel verbaut, so ist keine abZ erforderlich, da dieser Anlagenbereich der Maschinenrichtlinie unterliegt und nicht der BauPVo.

 

Preising bietet hier die passenden Produkte an, die in beiden Anlagenbereichen eingesetzt werden können.

Wichtig zu erwähnen ist, dass die Befestigungsmittel Bestandteil der abZ sind und vom Hersteller mit der Anschlageinrichtung zu liefern sind.

Neben Anschlageinrichtungen an Bauwerken nach BauPVo sind weitere Anwendungen zu betrachten. So können solche Anschlageinrichtungen an anderen „baulichen Einrichtungen“ notwendig werden, ohne dass dies einer allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung bedarf.

Nachfolgend werden hierzu Beispiele aufgeführt und die hierzu heranzuziehenden Normen und Regeln genannt.

Stahlgittermaste >45 kV sind in der EN 50341-3-4 geregelt. Diese „baulichen Einrichtungen“ unterliegen nicht dem Geltungsbereich der BauPVo.

Anschlageinrichtungen hieran sind demzufolge nach EN 795:2012 einschließlich einer statischen Bewertung der Befestigung auszuführen.

 

Transformatoren unterliegen ebenfalls nicht der BauPVO. Eine abZ ist nicht erforderlich.

Anschlageinrichtungen hieran sind nach EN 795:2012 einschließlich einer statischen Bewertung der Befestigung auszuführen.